Bild von  Chiara Caputo

Jesu Leib und Blut
 
Das Blut des Bündnisses
und das Brot, das Leben schenkt:
zwei Ausdrucksformen 
einer einzigen Geste,

zweimal ein Sichselbst-Hingeben.
Für das Alte Bündnis 
diente ein Buch –

im Neuen Bündnis 
ist es das lebendige Wort, 
das zu uns spricht...

Da ist keine Rede davon, 
Tiere zu opfern,

als unwissende Stellvertreter 
für Menschen,

die stets dachten, 
andere opfern zu müssen,

im Namen Gottes.
Das erschütternde Geheimnis aber ist dies:
nun opfert sich Gott selbst
für uns Menschen:
Durch Dich, Jesus.
Der Allmächtige
übergibt sich dem Tod, nur
damit wir leben. (GM/22/06/03).
 

 
Das Sichselbst-Hingeben Jesu, wie wir es immer wieder in der Eucharistie erleben können,
ist ein so unerwarteter Akt, daß er jenseits jeder menschlichen Hoffnung oder Vorstellungskraft liegt. Die religiöse Ur-Vorstellung, daß es am Menschen sei, Gott Opfer darzubringen, erwies sich als grundfalsch. In Jesus gibt sich Gott selbst für die Menschen hin. Während sie stets geglaubt hatten, ihre Gaben zur Ehre Gottes darbringen zu müssen, beschloß Gott, sich in Jesus selbst hinzugeben, als Zeugnis für seine Liebe und das Bündnis, als unser aller Zukunftshoffnung.
Ja, man kann sogar sagen, daß er es zu unser aller Ehre, zur Ehre des Menschen getan hat.
„Der Ruhm, die Ehre Gottes ist der lebendige Mensch“, genau wie es Irenaeus formulierte.

(Übersetzung von Christoph Nebgen