www.puntopace.net
In der Parabel des Unkrauts fällt sofort die Tatsache auf, daß man Unkraut mit gutem Weizen vertauschen kann, wenigstens bis zu einem bestimmten Punkt seiner Entwicklung. Wir sind auch nicht immer in der Lage, genau zu wissen, wenn alles, was wir planen und machen, wirklich guter Weizen ist. Und wer ist der Feind? Abgesehen von der gewöhnlichen Interpretation des "Bösen" (Interpretation auch ziemlich “bequem”, weil wir in diesem Fall immer jemanden haben, auf den wir unsere Schwachsinne entladen), könnte es sich auch um unsere Zweideutigkeit behandeln, die uns begleitet und mit der wir leben, aber trotzdem müssen wir sie erkennen und überwinden lernen.

 

Als kleine Pflanzen,
sehen guter Samen und Unkraut
so ähnlich aus, daß du sie
erst dann unterscheiden kannst,
wenn sie miteinander gewachsen  sind.
Böses und Gutes, Haß und Liebe,
Keime von Frieden und Krieg 
vertauschst du am Anfang,
und trotzdem kannst du sie
erst an ihren Früchten unterscheiden.
Das Reich Gottes gibt allen Menschen eine Chance,
damit jeder die Möglichkeit haben kann, reif zu werden und auch sich zu ändern,
um nicht ins Feuer eines Lebens
und eines Todes ohne Sinn
und ohne Landung zu scheitern.
 (GM/17/07/05)

 

Mt (13,24-30) <<Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind getan. Da sagten die Knechte: Willst du das wir hingehen und es ausjäten? Er sprach: Nein! auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausjätet. Lasset beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um der Ernte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuer>>.