Der 15. Sonntag des Jahreskreises C erlaubt uns keine Ausrede: wir sind aufgefordert wahrhaft zu lieben, hier und jetzt und nicht irgendwann, irgendwo anders. Zu Gott zurückzukehren, mit ganzem Herzen, bedeutet zu Dir selbst zurückzufinden, zu entdecken, daß es nicht möglich ist, ohne Liebe zu leben.  Ja, ich sagte lieben, aber auch geliebt zu werden: sich geliebt zu fühlen ist der Quell aller Liebe. Aber wenn dem so ist, was kann ich tun, wenn ich diese Erfahrung niemals selbst machen durfte?  Vielleicht hilft Dir schon die Frage weiter, warum Dir denn die Liebe so weit entfernt, so utopisch, illusorisch erscheint: Du könntest dann entdecken, daß Du übertriebene Erwartungen hattest, daß Dir die Liebe so unnerreichbar erschien. Wenn Du ein großes Ereignis erwartest, liegst Du schon falsch; fang also an, in Dich selbst hineinzuschauen, und Du wirst entdecken, daß Du für jemanden wichtig bist und daß verletzte und einsame Gesichter auch den Weg säumen, den Du täglich gehst. Nähere Dich Ihnen und versuche zu helfen mit Diskretion aber ohne Zögern, so wie Jesus es tat und es weiter tut an und mit uns und - ja - auch mit Dir...

 

15. Sonntag des Jahreskreises (c)

Es ist nicht wirklich allzu hoch,
es ist auch nicht jenseits des Meers,
nicht über den Wolken
das, was Dich anleitet zu lieben,
es ist auf unserem eigenen Weg zu finden
häufig liegt es einfach so auf dem Gehsteig.
Und alles wonach es uns fragt, ist,
ein Nächster zu werden,
so wie Du Mensch geworden bist
Fleisch angenommen hast.
Nunmehr bist Du das geschlagene Fleisch, 
die entwürdigte Seele
von jenem Menschen, den niemand meiden kann
im Namen des Kultes eines Gottes
der in Wahrheit nirgend' anders zu finden sein wird, als auf der Straße.
(GM 11/07/01)

 

Deuteronomio  (30,10-14)  30:10 wenn du auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hörst und auf seine Gebote und Gesetze achtest, die in dieser Urkunde der Weisung einzeln aufgezeichnet sind, und wenn du zum Herrn, deinem Gott, mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele zurückkehrst. 30:11 Dieses Gebot, auf das ich dich heute verpflichte, geht nicht über deine Kraft und ist nicht fern von dir. 30:12 Es ist nicht im Himmel, so daß du sagen müßtest: Wer steigt für uns in den Himmel hinauf, holt es herunter und verkündet es uns, damit wir es halten können? 30:13 Es ist auch nicht jenseits des Meeres, so daß du sagen müßtest: Wer fährt für uns über das Meer, holt es herüber und verkündet es uns, damit wir es halten können? 30:14 Nein, das Wort ist ganz nah bei dir, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen, du kannst es halten.

 

Vangelo di Luca  (10, 25-37) 25 Da stand ein Gesetzeslehrer auf, und um Jesus auf die Probe zu stellen, fragte er ihn: Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? 26 Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz? Was liest du dort? 27 Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und: Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst. 28 Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach, und du wirst leben. 29 Der Gesetzeslehrer wollte seine Frage rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster? 30 Darauf antwortete ihm Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halbtot liegen. 31 Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging weiter. 32 Auch ein Levit kam zu der Stelle; er sah ihn und ging weiter. 33 Dann kam ein Mann aus Samarien, der auf der Reise war. Als er ihn sah, hatte er Mitleid, 34 ging zu ihm hin, goß Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn. 35 Am andern Morgen holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn, und wenn du mehr für ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme. 36 Was meinst du: Wer von diesen dreien hat sich als der Nächste dessen erwiesen, der von den Räubern überfallen wurde? 37 Der Gesetzeslehrer antwortete: Der, der barmherzig an ihm gehandelt hat. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle genauso!


 

«Ein Grab ist viel zu klein, um meine Liebe zu bewahren».

Immer noch wahre Worte, wenn man von einer Mutter spricht.

Auf daß Deine Liebe, eingewurzelt in Gott, weiterhin uns alle stützt!

PAGANO MARIA,vedova Mazzillo

26/06/1925    -   9/06/2004