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Eine arme Witwe und Jesus stehen im Evangelium gegenüber: diejenige, die alles gegeben  hatte, was sie zu leben besitze, und Derjenige, der sein Leben für uns schenken wird. Für die eine und für den anderen ist der Stil derselbe: es ist jener von den Menschen, die nichts für sich zurückhalten, weil sie die Liebe völlig verwirklichen.  Das Geschenk der Frau, die freiwillig im  Tempel ihre letzten Ressourcen läßt, erinnert an die Frau von Zarpath der ersten Lesung. Auch sie war fähig, dem Propheten seine letzten Vorräte anzubieten, und darum wurde sie damit belohnt, daß sie im Überfluß das erhielt, was sie gegeben hatte. All das ist wirklich das Gegenteil von dem, was Jesus einigen religiösen Männern ohne Skrupel tadelte, die im Namen Gottes die sozial ungeschützten Kategorien wie die Witwen ausnutzten. 

 

32. Sonntag des Jahreskreises B  2006


Was legte ich in den Schatz jenes Tempels ein,
der für mich Deine lebende Gemeinschaft
der Kirche bedeutet?
Ich könnte antworten, daß ich alles einlegte.
Alles, was ich hatte, um meine menschliche
Geschichte in der Welt durchzuführen,
meinen ganzen eigenen Lebensplan
und eine Geschichte, die nach dem menschlichen Ablauf der Dinge ginge…
Darum aber halte ich mich, Jesus,
weder für einen Helden,
noch für einen besonderen Menschen.
Ganz im Gegenteil, denn es scheint mir,
und jenen, die völlig Deinem Wort trauten,
daß unsere menschlichen Ressourcen
manchmal zu Ende kommen, so daß uns
nicht anders bleibt, als den letzten Durchgang,
wie Mutter und Kind von Zarpath, durchzugehen. Und Jedoch trocknete unser Herz nicht aus,
sondern erhält es die Kraft,
um mit Freude jeden Tag
als Dein Geschenk zu erleben.
 (GM/12/11/06)

1. Kön (17,10-16) «Und er machte sich auf und ging gen Zarpath. Und da er kam an das Tor der Stadt, siehe, da war eine Witwe und las Holz auf. Und er rief ihr und sprach: Hole mir ein wenig Wasser im Gefäß, daß ich trinke! Da sie aber hinging, zu holen, rief er ihr und sprach: Bringe mir auch einen Bissen Brot mit! Sie sprach: So wahr der HERR, dein Gott, lebt, ich habe nichts gebackenes, nur eine Handvoll Mehl im Kad und ein wenig Öl im Krug. Und siehe, ich habe ein Holz oder zwei aufgelesen und gehe hinein und will mir und meinem Sohn zurichten, daß wir essen und sterben. Elia sprach zu ihr: Fürchte dich nicht! Gehe hin und mach's, wie du gesagt hast. Doch mache mir am ersten ein kleines Gebackenes davon und bringe mir's heraus; dir aber und deinem Sohn sollst du darnach auch machen. Denn also spricht der HERR, der Gott Israels: Das Mehl im Kad soll nicht verzehrt werden, und dem Ölkrug soll nichts mangeln bis auf den Tag, da der HERR regnen lassen wird auf Erden. Sie ging hin und machte, wie Elia gesagt hatte. Und er aß und sie auch und ihr Haus eine Zeitlang. Das Mehl im Kad ward nicht verzehrt, und dem Ölkrug mangelte nichts nach dem Wort des HERRN, daß er geredet hatte durch Elia!».

Mk (12,38-44)   «Und er lehrte sie und sprach zu ihnen: Sehet euch vor vor den Schriftgelehrten, die in langen Kleidern gehen und lassen sich gern auf dem Markte grüßen und sitzen gern obenan in den Schulen und über Tisch beim Gastmahl; sie fressen der Witwen Häuser und wenden langes Gebet vor. Diese werden desto mehr Verdammnis empfangen. Und Jesus setzte sich gegen den Gotteskasten und schaute, wie das Volk Geld einlegte in den Gotteskasten; und viele Reiche legten viel ein. Und es kam eine arme Witwe und legte zwei Scherflein ein; die machen einen Heller. Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt denn alle, die eingelegt haben. Denn sie haben alle von ihrem Überfluß eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut alles, was sie hatte, ihre ganze Nahrung, eingelegt».