Am zweiten Adventssonntag begegnet uns die Figur des unermüdlichen Propheten Johannes der Täufer. Während er durch die Jordanregion mit seinen oft einsamen Stellen lief, mahnte er an, die Gegenwart Gottes zu beachten und verwies auf das, was dieser Gott durch seinen Sohn Jesus plante zu tun. Er verkündete, dass eben diese Wüste, Ort von Trostlosigkeit und Schweigen, bald schon wieder erfüllt sei vom festlichen Klang der Stimmen des Gottesvolkes, das nunmehr auf der letzten Etappe seiner Heilsreise sein sollte: «Und jeder Mensch wird das heil des Herrn sehen!»

 

 

 

2. Adventssonntag (c)

Johannes, Mann Gottes, du gehst
durch diese Wüste und dabei
hast du die alten Prophezeiungen im Kopf,
welche sein Wiedererblühen
gesehen hatten.
Und du gehst mit der sicheren Hoffnung,
daß Gott seine Kinder niemals verläßt,
und daß er auch an Orten                    
der Einsamkeit und des Todes
es immer schafft, sie zu ihrem
Ziel zu leiten,
sie zurückzubringen zu ihm selbst,
zu jener ewigen Liebe,
welche kein vertrocknetes Herz
und sei es noch trockner
als die Wüste selbst,
jemals verleugnen kann.
Nein, die Liebe gibt niemals auf:
und deshalb heißt es
die Gedanken der Trauer
und der Bitterkeit wegzulegen
und endlich die Festgesänge anzustimmen
. (GM/07/12/03).

 

Profeta Baruc (5,1-9) 5:1 Leg ab, Jerusalem, das Kleid deiner Trauer und deines Elends, und bekleide dich mit dem Schmuck der Herrlichkeit, die Gott dir für immer verleiht. 5:2 Leg den Mantel der göttlichen Gerechtigkeit an; setz dir die Krone der Herrlichkeit des Ewigen aufs Haupt! 5:3 Denn Gott will deinen Glanz dem ganzen Erdkreis unter dem Himmel zeigen. 5:4 Gott gibt dir für immer den Namen: Friede der Gerechtigkeit und Herrlichkeit der Gottesfurcht. 5:5 Steh auf, Jerusalem, und steig auf die Höhe! Schau nach Osten, und sieh deine Kinder: Vom Untergang der Sonne bis zum Aufgang hat das Wort des Heiligen sie gesammelt. Sie freuen sich, daß Gott an sie gedacht hat. 5:6 Denn zu Fuß zogen sie fort von dir, weggetrieben von Feinden; Gott aber bringt sie heim zu dir, ehrenvoll getragen wie in einer königlichen Sänfte. 5:7 Denn Gott hat befohlen: Senken sollen sich alle hohen Berge und die ewigen Hügel, und heben sollen sich die Täler zu ebenem Land, so daß Israel unter der Herrlichkeit Gottes sicher dahinziehen kann. 5:8 Wälder und duftende Bäume aller Art spenden Israel Schatten auf Gottes Geheiß. 5:9 Denn Gott führt Israel heim in Freude, im Licht seiner Herrlichkeit; Erbarmen und Gerechtigkeit kommen von ihm.

Vangelo di Luca (3,1-6) 1 Es war im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius; Pontius Pilatus war Statthalter von Judäa, Herodes Tetrarch von Galiläa, sein Bruder Philippus Tetrarch von Ituräa und Trachonitis, Lysanias Tetrarch von Abilene; 2 Hohepriester waren Hannas und Kajaphas. Da erging in der Wüste das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias. 3 Und er zog in die Gegend am Jordan und verkündigte dort überall Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden. 4 (So erfüllte sich,) was im Buch der Reden des Propheten Jesaja steht: Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! 5 Jede Schlucht soll aufgefüllt werden, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden. 6 Und alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott kommt.