www.puntopace.net

 Das Markusevangelium führt uns am diesen Sonntag zu einem Entscheidungspunkt unserer menschlichen und geistigen Erfahrung. Der man, der sich Jesus vorstellt und als “junger Reiche, genannt wird”, vertritt gewissermaßen uns alle. Er vertritt nicht nur jene, die materielle Güter besitzen und an ihnen hängen, so daß sie in der Tat von jenen Gütern besessen werden, sondern auch jene, die so was nicht besitzen und trotzdem ihre besten Ressourcen und ihre Energien investieren, um sie zu erlangen.  Wie der Schluß des heutigen Evangeliumsstücks  verstehen läßt, betrifft es sowohl denjenigen, der Reichtümer, wie auch denjenigen, der das Herz eines Reichen hat. Ist es möglich, es zu bekehren und es von der Suche nach der Dinge zur Suche nach der Qualität der Beziehungen und vor allem nach dem Einzigen umzuwenden, der uns wirklich glücklich machen kann? Unserer Erfahrung nach, scheint das menschlich unmöglich. Es wird dennoch im Gott möglich. Das heißt: es ist erst dann möglich, wenn wir in  Seinem Blick die beste Art und Weise wiederfinden, die Dinge zu schätzen, und den unvergleichlichen Reichtum der Leute und vor allem die unendliche Wert der Liebe Gottes entdecken. Bis dahin anzukommen bedeutet es, das Geschenk der Weisheit des Herzens erhalten zu haben, die wir erst bekommen, wenn wir um sie mit Echtheit und Intensität bitten (siehst die erste Lesung).

 

 

28. Sonntag des Jahreskreises B 2006

Erst als Du mich, Jesus,
in meine Augen ansahst,
wußte, ich obwohl nur für einen Augenblick,
daß Güter und Reichtümer nicht
einmal die Liebe gleichkommen können.
Ich fühlte es, aber ich war nicht nur
ein guter Junge, sondern auch einer von den Bequemlichkeiten und von den Gütern verwöhnt;
und so hatte ich keine Kraft,
alles zu verlassen und Dir zu folgen.
Ich ging dann die Straße zurück,
die mich zu Dir geführt hatte
und ich kehrte zu meinen Geschäften
und meinen Schätzen wieder.
So überlebe ich in meinem Alltag
mit den vielen Gütern, die ich besitze,
und doch nichts konnte
die Erinnerung jenes Blicks verdunkeln,
der immer noch meine Tage begleitet.
Ich bitte Dich für denjenigen, der so ist, wie ich:
ihn rufend, schenke ihm auch den Mut,
Dich ohne Bedingungen zu lieben
und mit Dir zu kommen. Amen!
 (GM/15/10/06)

Weisheit (7,7-11) «Daher betete ich, und es wurde mir Klugheit gegeben; ich flehte, und der Geist der Weisheit kam zu mir. 7:8 Ich zog sie Zeptern und Thronen vor, Reichtum achtete ich für nichts im Vergleich mit ihr. 7:9 Keinen Edelstein stellte ich ihr gleich; denn alles Gold erscheint neben ihr wie ein wenig Sand, und Silber gilt ihr gegenüber soviel wie Lehm. 7:10 Ich liebte sie mehr als Gesundheit und Schönheit und zog ihren Besitz dem Lichte vor; denn niemals erlischt der Glanz, der von ihr ausstrahlt. 7:11 Zugleich mit ihr kam alles Gute zu mir, unzählbare Reichtümer waren in ihren Händen».

Mk (10,17-30) «17 Als sich Jesus wieder auf den Weg machte, lief ein Mann auf ihn zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? 18 Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott, dem Einen. 19 Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter! 20 Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt. 21 Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach! 22 Der Mann aber war betrübt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen. 23 Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen! 24 Die Jünger waren über seine Worte bestürzt. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen! 25 Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als daß ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. 26 Sie aber erschraken noch mehr und sagten zueinander: Wer kann dann noch gerettet werden? 27 Jesus sah sie an und sagte: Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott; denn für Gott ist alles möglich. 28 Da sagte Petrus zu ihm: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. 29 Jesus antwortete: Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, 30 wird das Hundertfache dafür empfangen: Jetzt in dieser Zeit wird er Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben».