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Es gehört den Eigenschaften der ehelichen Liebe wenigstens die Tendenz zur Ausschließlichkeit und zur Ewigkeit. Das entspricht dem Absicht der Ursprünge und der Natur der Liebe. Diese Tendenz, muß man das zugeben, wird nicht immer mit kohärenten Lebensentscheidungen verbunden. Wie kann es geschehen, daß eine Liebe, welche am Anfang als die höchste Wirklichkeit aussieht, der man das ganze Leben widmen will, danach in die Untreue, in den Umschwung und in die Verstoßung fallen kann? Diese Frage hat sich vielleicht schon Moses, vor Jesus und seinen Gesprächspartnern, wie es im heutigen Evangelium steht, gestellt. Aber er konnte keine andere Antwort finden als wegen der “Härte des Herzens” oder vielleicht, wie man besser übersetzen könnte, wegen der Verhärtung des Herzens (sklērocardìa). In der Tat kennen wir die Sklerose als Verhärtung der Blutgefässe, aber übersehen die Verhärtung unserer Gefühle. Wie kann das passieren? Das Evangelium hilft uns die Ursachen entdecken, die zur progressiven einzelnen oder gegenseitigen Entfernung führen. Es liefert uns vor allem genaue Hinweise, um das zu vermeiden. Es ist notwendig, immer in der Liebe Gottes zu bleiben, der Ursprung und ewige Quelle der Liebe ist.  Man muß in jener Liebe bleiben, die nichts verlangt, außer, daß sich jeder dem Anderem gibt, durch eine Liebe, die jeden Tag die Anwesenheit des Partners mit Begeisterung und sich staunen lassen wiederentdeckt, genau wie einer jener Kinder, den Jesus in seine Armen schloß.

 

27. Sonntag des Jahreskreises B – 2006

 

Bein von deinem Bein
und Fleisch von deinem Fleisch,
aber vor allem Herz von deinem Herzen,
Leben von deinem Leben
und Gesellschaft in deiner Einsamkeit:
all dies ist derjenige/diejenige,
den/die du neben dir im deinem Alltag siehst;
darum Laß du nicht, deine Seele verhärten,
um sie dem besten Bieter zu verkaufen.
Du weißt es, für deine Seele gibt es kein Angebot,
das soviel als der Traum Gottes gilt,
und den du einen Tag aufnahmst,
d. h. eine Liebe, die den Verschleiß der Jahre
herausfordert und die sich verjüngt,
während die Zeit vergeht und die Jugend verblüht,
sie aber nicht, denn die Liebe kann nie verblühen.
Sie stammt von Gott
und wenn sie an ihm verankert bleibt,
bleibt sie ewig, weil sie das Ewige berührt
und dessen ein konkreter und ständiger Ausdruck ist.
(GM/08/10/06)

 

 

Gen  (2,18-24)  «Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei. Denn als Gott der HERR gemacht hatte von der Erde allerlei Tiere auf dem Felde und allerlei Vögel unter dem Himmel, brachte er sie zu dem Menschen, daß er sähe, wie er sie nennte; denn der wie Mensch allerlei lebendige Tiere nennen würde, so sollten sie heißen. Und der Mensch gab einem jeglichen Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen; aber für den Menschen ward keine Gehilfin gefunden, die um ihn wäre. Da ließ Gott der HERR einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm seiner Rippen eine und schloß die Stätte zu mit Fleisch. Und Gott der HERR baute ein Weib aus der Rippe, die er vom Menschen nahm, und brachte sie zu ihm. Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin heißen, darum daß sie vom Manne genommen ist. Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen, und sie werden sein ein Fleisch».

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Mk (10,2-16)  «Und die Pharisäer traten zu ihm und fragten ihn, ob ein Mann sich scheiden möge von seinem Weibe; und versuchten ihn damit. Er antwortete aber und sprach: Was hat euch Mose geboten? Sie sprachen; Mose hat zugelassen, einen Scheidebrief zu schreiben und sich zu scheiden. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Um eures Herzens Härtigkeit willen hat er euch solches Gebot geschrieben; aber von Anfang der Kreatur hat sie Gott geschaffen einen Mann und ein Weib. Darum wird der Mensch Vater und Mutter verlassen und wird seinem Weibe anhangen, und werden die zwei ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht zwei, sondern ein Fleisch. Was denn Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden. Und daheim fragten ihn abermals seine Jünger darum. Und er sprach zu ihnen: Wer sich scheidet von seinem Weibe und freit eine andere, der bricht die Ehe an ihr; und so sich ein Weib scheidet von ihrem Manne und freit einen anderen, die bricht ihre Ehe. Und sie brachten Kindlein zu ihm, daß er sie anrührte. Die Jünger aber fuhren die an, die sie trugen. Da es aber Jesus sah, ward er unwillig und sprach zu ihnen: Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes. Wahrlich ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kindlein, der wird nicht hineinkommen. Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie».