01-02 November -   Allerheiligen und Allerseelen                                                      www.puntopace.net

 

Die Festtage Allerheiligen und Allerseelen sind miteinander verbunden, nicht nur weil sie aufeinander folgen, sondern vor allem, weil sie uns darauf hinweisen, dass wenn die Kirche Gottes Volk ist, das immer noch auf der Erde wandert, sie auch aus denen besteht, die sich schon in jener neuen Dimension der Existenz befinden, die wir Himmel und ewiges Leben nennen.  In der Tat handelt sich um eine neue Gestalt der Existenz, das wir im Glauben ebenso real existieren können wie das irdisches Leben. Aber es ist auch ein Leben, das dank unserer Beziehung mit Christus schon auf Erden als ewiges Leben beginnt, so wie Jesus versichert hatte: „jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben“ (Jh 11,26). Sicher sind die Heiligen jene, die den Anderen weit vorangingen - auf der Suche nach dem echten und vollen Leben, zu dem man nur durch eine auf der Erde gepflegte und vertiefte Vertrautheit mit Gott kommen kann. Sie sind aber keineswegs eine privilegierte oder vom Volk Gottes in seiner Gesamtheit getrennte Kaste. Sie gehören zur selben Kirche und wenn sie ihre Spitze sind, so sind sie es, um uns auf unserem Pilgerweg dem Himmel entgegen zu ermutigen, zu trösten und zu helfen.  Außerdem „haben wir hier keine Stadt, die bestehen bleibt, sondern wir suchen die künftige“ (Hb 13,14). Wir bleiben auf der ständigen Suche nach ihr und in dieser Suche verwirklichen wir unser Menschsein, das nichts anders ist, als unsere Grenzen dauernd zu überschreiten. So weit wir sie als solche erkennen, erkennen wir auch den Wert, der sie überschreitet.        

Das Bild zeigt einen Sonnenuntergang, der aber von einem aus den letzten Bergen kommenden Lichtschein und von einem auf dem Meereswasser schillernden Lichtstreifen erleuchtetet  wird.   

 GEBET

Mein langsam voranrückender Untergang
wird von einem Lichthof erleuchtet
und ich sah ihn so oft scheinen,
wie er sich im Unendlichen verliert,
gleich dieser Sonne und diesem Meer,
wo Du wolltest, dass meine Gedanken fahren
und mein Herz sich erholt.
Das sind Leiden und Dämmerungen,
die in mir selbst und neben mir nie ausruhen.
Und trotzdem sagst Du mir heute, o Herr,
dass wir nichts zu befürchten haben.
Du hast schon den Tod besiegt, aber nicht ihn überspringend, sondern ihn von innen durchmachend.
So unterwarfst Du ihn für uns alle,
die wir zerbrechlich und schon für dieselben Orte bestimmt sind,
die wir heute in Traurigkeit besuchen, obwohl wir wissen,
dass unsere Lieben nicht von einem Grabstein
sondern von Deiner Liebe behütet werden,
die stärker ist als die Trümmer der Zeit. (GM/02/11/08)

 

 

Aus dem Psalm 27 (26) 1 Der Herr ist mein Licht und mein Heil: / Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Kraft meines Lebens: / Vor wem sollte mir bangen? …. / 4 Nur eines erbitte ich vom Herrn, / danach verlangt mich: Im Haus des Herrn zu wohnen / alle Tage meines Lebens, die Freundlichkeit des Herrn zu schauen / und nachzusinnen in seinem Tempel…7 Vernimm, o Herr, mein lautes Rufen; / sei mir gnädig und erhöre mich! 8 Mein Herz denkt an dein Wort: «Sucht mein Angesicht!» / Dein Angesicht, Herr, will ich suchen. 9 Verbirg nicht dein Gesicht vor mir; / 13 Ich aber bin gewiss, zu schauen / die Güte des Herrn im Land der Lebenden. 14 Hoffe auf den Herrn und sei stark! / Hab festen Mut und hoffe auf den Herrn!

Johannesevangelium (6,37-40)

37 Alles, was der Vater mir gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen; 38 denn ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. 39 Es ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, zugrunde gehen lasse, sondern dass ich sie auferwecke am Letzten Tag. 40 Denn es ist der Wille meines Vaters, dass alle, die den Sohn sehen und an ihn glauben, das ewige Leben haben und dass ich sie auferwecke am Letzten Tag.