Aus dem Psalm 129
(130) Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir: / 2 Herr, höre meine Stimme!
Wende dein Ohr mir zu, / achte auf mein lautes Flehen!...5 Ich hoffe auf
den Herrn, es hofft meine Seele, / ich warte voll Vertrauen auf sein
Wort. 6 Meine Seele wartet auf den Herrn / mehr als die Wächter auf den
Morgen. Mehr als die Wächter auf den Morgen / 7 soll Israel harren auf
den Herrn. Denn beim Herrn ist die Huld, / bei ihm ist Erlösung in Fülle.
8 Ja, er wird Israel erlösen / von all seinen Sünden.
Johannesevangelium (11, 17-45) 17 Als Jesus ankam, fand er
Lazarus schon vier Tage im Grab liegen.18 Betanien war nahe bei
Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt.19 Viele Juden waren zu Marta
und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten.20 Als Marta
hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus.21
Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder
nicht gestorben.22 Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott
bittest, wird Gott dir geben.23 Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird
auferstehen.24 Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird
bei der Auferstehung am Letzten Tag.25 Jesus erwiderte ihr: Ich bin die
Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er
stirbt,26 und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht
sterben. Glaubst du das?27 Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube,
dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
28 Nach diesen Worten ging sie weg, rief heimlich ihre Schwester Maria
und sagte zu ihr: Der Meister ist da und lässt dich rufen.29 Als Maria
das hörte, stand sie sofort auf und ging zu ihm.30 Denn Jesus war noch
nicht in das Dorf gekommen; er war noch dort, wo ihn Marta getroffen
hatte.31 Die Juden, die bei Maria im Haus waren und sie trösteten, sahen,
dass sie plötzlich aufstand und hinausging. Da folgten sie ihr, weil sie
meinten, sie gehe zum Grab, um dort zu weinen.32 Als Maria dorthin kam,
wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sagte zu ihm: Herr,
wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.33 Als
Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr
gekommen waren, war er im Innersten erregt und erschüttert.34 Er sagte:
Wo habt ihr ihn bestattet? Sie antworteten ihm: Herr, komm und sieh!35
Da weinte Jesus.36 Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte!37
Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er
dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb?38 Da wurde
Jesus wiederum innerlich erregt und er ging zum Grab. Es war eine Höhle,
die mit einem Stein verschlossen war. 39 Jesus sagte: Nehmt den Stein
weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, entgegnete ihm: Herr, er
riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag.40 Jesus sagte zu
ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die
Herrlichkeit Gottes sehen?41 Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber
erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört
hast.42 Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge,
die um mich herum steht, habe ich es gesagt; denn sie sollen glauben,
dass du mich gesandt hast.43 Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit
lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!44 Da kam der Verstorbene heraus;
seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war
mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die
Binden und lasst ihn weggehen! 45 Viele der Juden, die zu Maria gekommen
waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an
ihn.